FDP besucht Biogasanlage

23. September 2010, Stadtverband

Am gestrigen Mittwoch fand im Rahmen der 18. “Liberalen Woche” des FDP-Kreisverbandes Rhein Sieg eine kreisübergreifende Veranstaltung der FDP-Stadtverbände Wesseling und Bornheim statt. Unter dem diesjährigen Motto “Für Vielfalt in Freiheit” besuchten die Liberalen zusammen mit Dietmar Brockes MdL, dem energiepolitischen Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, die Biogasanlage Sechtem.

Inhaber und Betreiber der Biogasanlage sind der Landwirt Alexander Bernartzsowie Dr. Karl-Heinz Weissbarth. Dieser erläuterte das Funktionsprinzip: “Wir speisen die Anlage mit selbstangebautem Mais, aus dem durch Gär- und Fäulnisprozesse Biogas entsteht. Der daraus gewonnene ‘grüne Strom’ wird dann ins Netz eingespeist.” Rund 1.500 Haushalte könne man damit ein Jahr lang versorgen, schätzt Weissbarth.

Bernartz ergänzt: “Pro Tag benötigt unsere Anlage rund 25 Tonnen gehäckselten Mais, den wir teilweise auch von Nachbarbetrieben beziehen. Aus dem nachwachsenden Rohstoff erzeugt der Reaktor dann Strom und Wärme. Die Überreste des Mais werden nach dem Prozess als Dünger genutzt.” Für die nahe Zukunft plane er, die Abwärme der Biogasanlage für die Warmwasserbereitung der nahen Konrad-Adenauer-Stiftung zu nutzen.

biogasanlage

Nach der Besichtigung trafen die Liberalen zusammen mit dem Landespolitiker Brockes und rund 20 weiteren Teilnehmern im Restaurant “Medaillon” in Wesseling ein. Dort wurde vor dem Hintergrund des gerade Gesehenen über das Thema “Chancen für den Mittelstand – Erneuerbare Energien” debattiert; neben Bioenergie stand dabei vor allem die Windenergie im Fokus, ist doch zwischen Sechtem und Bornheim die Errichtung umstrittener Windkraftanlagen geplant.

“Es war eine ausgiebige Diskussion, die jedoch noch bis tief in die Nacht hätte weitergehen können”, zeigte sich Jörn Freynick, Stadtverbandsvorsitzender der FDP Bornheim, zufrieden. So kam von der Wesselinger Bevölkerung die Anregung, doch die Abwärme der Kühltürme der nahegelegenen Shell-Raffinerie zu nutzen, um beispielsweise das örtliche Schwimmbad oder Wohnhäuser in der Nähe zu beheizen.