Kerosinsee: Viele Fragen an SHELL blieben offen

12. November 2012, Fraktion, Stadtverband

Konrad: „Wir brauchen ein transparentes und belastbares Sanierungskonzept“

Heftige Kritik mussten sich die beiden Vertreter der Shell-Rheinland-Raffinerie bei der letzten Sitzung des Rates der Stadt Wesseling zum Krisenmanagement und der Öffentlichkeitsarbeit in Sachen ausgelaufenen Kerosins gefallen lassen. Von allen im Rat vertretenen Fraktionen wurde die Informationspolitik des Konzerns gerügt und als nicht ausreichend eingestuft. Medien berichten inzwischen auch überregional über den Wesselinger Kerosinsee. Das ist für die Stadt Wesseling aber auch für den Weltkonzern SHELL keine gute Werbung.

„Wir werden mit vielen teilweise widersprüchlichen Detailinformationen überschüttet, aber ein belastbares und vor allem transparentes Sanierungskonzept kann oder will uns die Shell-Rheinland-Raffinerie bis dato nicht vorlegen“, so der Fraktionsvorsitzende der FDP, Jürgen Konrad, in einer ersten Reaktion auf den Auftritt der beiden Firmenvertreter im Rat.

Konrad: „Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass SHELL die Beseitigung des Kerosinsees nicht aktiv angeht, sondern nur reaktiv handelt.“ Eine Meinung mit der die Wesselinger Liberalen nicht alleine stehen. Auch die Bezirksregierung in Köln äußert sich in der Pressemeldung 089/2012 entsprechend.

„Wir brauchen endlich ein Sanierungskonzept, das aufbauend auf einer Ist-Analyse die weitere Vorgehensweise und einen Zeitplan für die geplanten Maßnahmen beschreibt. Wichtig dabei ist auch die Simulation von allen denkbaren kritischen Situationen im Rahmen einer Risikoanalyse wie z.B. starkem Hochwasser des Rheins. Für die Bürger ist darüber hinaus wichtig zu wissen, wie es sich mit den Umweltbelastungen (Kontaminierung des Erdreiches) nach dem Abpumpen des Kerosins verhält.“, so Konrad weiter.

Die Wesselinger Liberalen erwarten eine zeitnahe und lückenlose Informationspolitik der SHELL. Es darf in der Öffentlichkeit nicht der Eindruck entstehen, dass nicht alle erdenklichen Maßnahmen ergriffen werden, um einen Langzeitschaden für die Wesselinger Umwelt zu vermeiden.