Notbetreuung darf kein Dauerzustand werden
FDP Wesseling fordert konkrete Maßnahmen für die Kita Abenteuerland und Beitragsentlastung bei längeren Betreuungsausfällen
16.10.2026 Meldungen FDP Kreisverband Rhein-Erft

Die FDP-Fraktion fordert angesichts der wiederholten Notbetreuung in der städtischen Kita Abenteuerland einen konkreten Plan zur Stabilisierung der Betreuung. Anlass ist ein gemeinsames Schreiben der Elternschaft vom 22. September. Darin berichten Familien von erneuten Einschränkungen kurz nach der Sommerschließzeit und fehlender Planungssicherheit für die kommen-den Monate.
„Eltern organisieren ihre Arbeitszeiten und ihren Alltag auf Grundlage der vereinbarten Betreuungszeiten. Wenn sie regelmäßig kurzfristig umplanen, Urlaub nehmen oder Betreuung privat auffangen müssen, ist das kein tragfähiger Zustand“, erklärt Max Zöller, Vorsitzender der FDP-Fraktion im Rat der Stadt Wesseling. „Notbetreuung kann in Ausnahmesituationen notwendig sein. Sie darf aber nicht zur normalen Betriebsform werden.“ Besonders problematisch sei die Situation für Familien, denen nach Angaben der Elternschaft wegen Betreuungsausfällen in anderen Einrichtungen ein Wechsel ins Abenteuerland angeboten worden war. Sie seien nun erneut von Einschränkungen betroffen. Die Stadt müsse nachvollziehbar erklären, auf welcher Grundlage solche Wechsel empfohlen wurden und wie sie die Betreuung künftig absichern will.
Die FDP verlangt konkrete Angaben zur aktuellen Personalbesetzung, zu offenen Stellen und zu tatsächlich verfügbaren Vertretungskräften. Ebenso müsse die Verwaltung darlegen, welche Maßnahmen für die Herbst- und Wintermonate vorgesehen sind und wann Verbesserungen zu erwarten sind. „Der Fachkräftemangel ist real. Gerade deshalb müssen wir wissen, welche Maßnahmen bei Personalgewinnung, Personalbindung und Ausbildung greifen und wo nachgesteuert werden muss“, so Zöller. „Ein Springerpool hilft nur, wenn seine Stellen besetzt sind und die Kräfte tatsächlich Ausfälle auffangen können.“
Den gegenüber der Presse angeführten guten Ergebnissen im IW-Gemeindecheck stellt die FDP die Frage nach der Verlässlichkeit im Alltag gegenüber. Der Kita-Indikator der Untersuchung erfasst die Zahl der Einrichtungen im Verhältnis zur Zahl der Kinder, nicht deren Personalbesetzung oder Betreuungsausfälle.
„Eine gute Bewertung der Infrastruktur ist erfreulich. Sie beantwortet aber nicht die Frage, ob Eltern ihre Kinder morgen zu den vereinbarten Zeiten betreuen lassen können“, betont Zöller.
Zugleich hält die FDP an einer finanziellen Entlastung bei länger andauernden Betreuungsausfällen fest.
Die Fraktion hatte die zuletzt beschlossene Beitragserhöhung abgelehnt und bereits im Juni einen Änderungsantrag für einen zeitweisen Erlass der Elternbeiträge eingebracht. Der Vorschlag fand bislang keine Mehrheit. „Ein Beitragserlass ersetzt keine Betreuung. Er wäre aber ein Gebot der Fairness gegenüber Familien, die zusätzliche Betreuung organisieren müssen und gleichzeitig weiter Beiträge zahlen“, erklärt Zöller.
Die Kritik richte sich ausdrücklich an die strukturellen Rahmenbedingungen und nicht an die Beschäftigten. „Die Teams tragen die Belastung täglich mit. Sie brauchen Unterstützung und verlässliche Personalreserven. Unser Maßstab sind Betreuungsplätze, auf die Kinder, Eltern und Beschäftigte sich im Alltag verlassen können.“
