Haushaltssicherung in Wesseling: Jetzt zählt finanzpolitische Verantwortung
FDP-Fraktion fordert Ehrlichkeit, Priorisierung und strukturelle Lösungen
19.02.2026 Meldungen FDP Wesseling

Mit der Einbringung des Doppelhaushalts 2026/2027 beginnt für Wesseling eine Phase der Haushaltssicherung. Die vorgelegten Zahlen machen deutlich, wie angespannt die Lage ist: Für 2026 wird ein Defizit von rund 36,5 Millionen Euro erwartet, für 2027 rund 31,7 Millionen Euro. Die Rücklagen sind aufgebraucht, mittelfristig droht eine bilanziell äußerst kritische Entwicklung.
Die FDP-Fraktion im Rat der Stadt Wesseling sieht darin ein deutliches Warnsignal. „Wir danken der Kämmerei für die offene und klare Darstellung der finanziellen Realität. Die Lage ist ernst, und sie verlangt nach Verantwortung statt Wunschdenken“, erklärt Max Zöller, Fraktionsvorsitzender der Wesselinger Liberalen.
Haushaltssicherung bedeutet Einschränkungen für Verwaltung, Politik und Bürgerschaft. Steuererhöhungen und Einschnitte werden spürbar sein. „Es wäre unehrlich, den Bürgerinnen und Bürgern die Schwere der Situation zu verschweigen. Gerade in schwierigen Zeiten braucht es Transparenz und nachvollziehbare Entscheidungen“, so Zöller weiter. Der Rat müsse sich nun jeder Symbolpolitik verweigern und konsequent priorisieren. Zusätzliche Ausgaben ohne solide Gegenfinanzierung seien nicht vertretbar.
Gleichzeitig dürften notwendige Zukunftsinvestitionen nicht leichtfertig aufgegeben werden. „Priorisierung heißt nicht Stillstand. Wir müssen uns auf das konzentrieren, was für die Zukunftsfähigkeit unserer Stadt wirklich entscheidend ist“, betont Zöller. Für die Freien Demokraten bleiben insbesondere Bildung, Infrastruktur und eine leistungsfähige Verwaltung die wichtigsten Themen.
Auch die strukturellen Ursachen der finanziellen Schieflage dürften nicht ausgeblendet werden. „Steigende Sozialausgaben, auf die unsere Kommunen keinen direkten Einfluss haben, bringen viele Städte an ihre Grenzen. Wenn kommunale Selbstverwaltung faktisch handlungsunfähig wird, ist das ein Problem für unsere Demokratie“, erklärt Isabelle Batzdorf, Stadtverbandsvorsitzende der FDP Wesseling. Land und Bund müssten ihrer Verantwortung für eine auskömmliche Gemeindefinanzierung gerecht werden.
Die Haushaltssicherung sei kein politisches Projekt, sondern eine gesetzliche Notwendigkeit. „Jetzt braucht Wesseling Sachlichkeit, Mut zur Prioritätensetzung und die Bereitschaft aller Fraktionen, konstruktiv zusammenzuarbeiten. Nur so können wir Vertrauen erhalten und wieder Gestaltungsspielräume gewinnen“, so Batzdorf abschließend.