Tragbare Lösung für Schülertransport in der Waldsiedlung

Antrag zum Schulausschuss

16.07.2026 Anträge FDP-Fraktion Wesseling

Sehr geehrter Herr Herrwegen,

die FDP-Fraktion ist über ein Schreiben von Herrn Tschersich vom 10.07.2026 mit dem Betreff „Information zur Schülerbeförderung in der Waldsiedlung ab dem Schuljahr 2026/2027“ informiert worden (siehe Anhang 1). Ferner hat die RVK mit Schreiben vom 07.07.2026 darüber informiert, dass das PrimaTicket zum 31.07.2026 gekündigt wird. Als Grund führt sie „Mitteilung Schule / Schulträger“ an (siehe Anhang 2).

Die FDP-Fraktion beantragt, den o. g. Punkt in die Tagesordnung der Schulausschusssitzung am 22.09.2026 aufzunehmen und folgenden Beschlussentwurf zur Abstimmung zu bringen:

Beschlussentwurf

Die Verwaltung wird beauftragt, gemeinsam mit der REVG bzw. RVK kurzfristig eine dauerhaft tragfähige und wirtschaftliche Lösung für die Schülerbeförderung der Waldsiedlung vorzulegen.

Anstelle der im o. g. Schreiben genannten Abrechnung einzelner Kurzstreckentickets wird zumindest für den Schulbusverkehr zur Rheinschule folgende Übergangslösung mit der REVG bzw. RVK abgestimmt bzw. angestrebt:

Die REVG bzw. die RVK erhält von der Stadt Wesseling eine Pauschalzahlung je Kind und Schultag. Dafür dürfen Kinder unter 12 Jahren ohne Fahrschein an Schultagen auf der Strecke zwischen den Haltestellen in der Waldsiedlung und der Haltestelle Bolemer Weg mitfahren. Sofern eine pauschale Vereinbarung wirtschaftlicher ist, ist diese vorzuziehen. Sollte dies nicht möglich oder teurer sein, ist alternativ bedarfsgerecht ein DeutschlandTicket Schule1 bereitzustellen.

Die Verwaltung wird darüber hinaus beauftragt,

  • die Wirtschaftlichkeitsberechnung vorzulegen,
  • sämtliche geprüften Tarifmodelle einschließlich ihrer Kosten darzustellen,
  • die Gründe für die Ablehnung der jeweiligen Varianten nachvollziehbar zu
    erläutern.

Gegenfinanzierung

Die heutige Finanzierung des PrimaTickets fällt weg, wodurch die Kosten zumindest teilweise kompensiert werden. Außerdem würde ein erheblicher bürokratischer Bearbeitungsaufwand für die Verwaltung wegfallen, der entstünde, wenn wirklich eine Vielzahl monatlich eingereichter Erstattungsanträge bearbeitet werden müsste.

Die Stadt hat die Pflicht zur Schulwegsicherung. Mit den Vorlagen 278/2010 und 108/2011 wurde das Schulwegkonzept für die damals neue Rheinschule geprüft, der Schulweg mit L300- und Bahnübergang-Querung als besonders gefährlich beurteilt und daher ein Beförderungsangebot als erforderlich beschieden. Es wurde damals sogar ein Umbau des Knotenpunktes L 300 / Urfelder Straße / Rheinstraße im Rahmen des Schulwegsicherungskonzeptes erwogen. Würde die Stadt z. B. alternativ einen Schulbus stellen müssen oder sogar bauliche Maßnahmen ergreifen müssen, wären die Kosten erheblich höher.

Die beantragte Lösung dürfte gegenüber der vorgesehenen Einzelerstattung mindestens kostenneutral oder wirtschaftlicher sein. Die Verwaltung wird gebeten, die entsprechenden Kosten gegenüberzustellen.
Aus unserer Sicht ist dies zudem – anders als im Schreiben dargestellt – keine freiwillige Leistung (Stichwort: Schulwegsicherung).

Begründung:

Der vorliegende Verwaltungsvorschlag ist nicht akzeptabel. Die vorgeschlagene Lösung erzeugt jeden Monat zahlreiche Einzelabrechnungen, Prüfungen und Erstattungen. Dieser Verwaltungsaufwand bindet Personalressourcen, obwohl sich derselbe Zweck durch eine pauschale Vereinbarung deutlich einfacher erreichen ließe. Aber auch die Aufwände bei den Eltern bzw. Erziehungsberechtigten sind
unangemessen hoch.

Es ist nicht realistisch, dass Erstklässler ein Smartphone mitführen, nur um die Tickets per App vorzeigen zu können. Ebenso unwahrscheinlich ist es, dass Tickets in Papierform mitgeführt, entwertet und anschließend wieder mitgebracht werden, um davon ein Foto machen und es einreichen zu können.

Eine pauschale Einigung mit dem Verkehrsbetreiber wäre für alle Seiten die günstigste Lösung. Die von der Verwaltung vorgesehene Lösung veranlasst zudem noch mehr Eltern dazu, ihre Kinder mit dem Auto zur Schule zu bringen (Stichwort: Eltern-Taxis). Dadurch steigt das Verkehrsaufkommen unmittelbar vor der Schule. Dies verschlechtert die Verkehrssicherheit gerade für diejenigen Kinder, die ihren
Schulweg eigenständig zurücklegen. Auch das muss vermieden werden.

Neben dem DeutschlandTicket Schule gibt es noch weitere Alternativen, z. B. das SchülerTicket (nicht DeutschlandTicket Schule!) der RVK2 und weitere Tarifvarianten der RVK3.


Fußnoten:

  1. Ein DeutschlandTicket Schule kostet heute 43 € monatlich für Kinder ab 6 Jahren. Bereits bei regelmäßiger Nutzung des Schulbusses liegen die Kosten für Einzel- bzw. Kurzstreckentickets in einer ähnlichen Größenordnung wie ein DeutschlandTicket Schule. Hinzu kommen erhebliche Verwaltungsaufwände.
  2. https://www.rvk.de/fileadmin/images/Bereich_Tickets/Ticketbroschueren/Antraege_Formulare/Fakultativ_SchuelerTAntrag_01-08-2026.pdf3.
  3. https://www.rvk.de/tickets/downloads.
			

				
				

Max Zöller

stv. Stadtverbandsvorsitzender, Fraktionsvorsitzender

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